Übergänge im Rad des Lebens:Die Geburt ist das erste Übergangsritual auf dem Weg des Lebens. Ihm schenken wir nach wie vor eine besondere Aufmerksamkeit. Dann folgt die Initiation, die ein bewusster Übergang von der Kindheit in den Abschnitt der Jugend sein sollte. Dieser findet bei den nativen Völkern zwischen 11 und 13 Jahren statt. Die Jungen bei den Lakota Indianern beispielsweise mussten ihren ersten Bison erlegen, bei den Cree war es das Karibu, das sie selbstständig zerlegten und an die Gemeinschaft verteilten. Um die 20 folgt dann die Visionssuche, um zu erfahren, was die Lebensaufgabe ist. In den 50ern, wenn die Enkelkinder kommen und bei den Frauen die Menopause einsetzt, beginnt der Übergang in das Alter, wo es darum geht, seine ganze Lebensweisheit zum Wohle der Gemeinschaft einzusetzen. Bei den meisten Naturvölkern werden die "Elders" besonders geehrt. Ihre Meinung hat ein besonderes Gewicht. Ganz praktisch erhalten sie einen speziellen Platz in der Gemeinschaft, bekommen zuerst zu essen und werden versorgt. Das Rad ist erst dann geschlossen, wenn wir auch dem Tod eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Er ist im Kreislauf des Lebens ganz natürlich. Das sehen wir jedes Jahr in der Natur. Aus dem Vergehen entsteht etwas Neues. Nehmen wir auf dem Rad des Lebens unseren Platz nicht bewusst ein, kann es dazu führen, dass wir krank werden.
Zitat Dr. med Rüdiger Dahlke: "Die Umbruchszeiten des Lebens geraten bereits wegen unseres eklatanten Mangels an geeigneten Übergangsritualen zu bedrohlichen Krisen. Wir verkommen z. B. immer mehr zu einer Kindergesellschaft, weil wir für die Übergangszeit der Pubertät keinen Ritus mehr haben, der erwachsen manchen könnte. Ob wir auf unser Fernsehprogramm schauen, die Art, wie wir essen oder die Begeisterung, die Pubertätsersatzrituale in Managementtrainings hervorrufen, überall stoßen wir auf deplazierte Kindlichkeit."
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